Afdreith un Buten 2025

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Take off: 25.07.2025 - Review (1086 mal gelesen)
Ende Juli heißt es für Cornholio und mich (Schwarzfraggle) auf in den Norden nach Goldenstedt. Hier findet für uns zum zweiten Mal das Afdreiht & Buten Festival am schönen Hartensbergsee statt. Irgendwie lustig, dass wir letztes Jahr eher durch Zufall (dank CALLEJON) auf das kleine Event aufmerksam geworden sind, es ist schon vor unserem zweiten Besuch hier eines unserer liebsten Festivals! Wir fahren morgens gegen halb sieben los, denn es sind etwas über vier Stunden fahrt von der Vulkaneifel Richtung Goldenstedt, außerdem gab es dieses Jahr eine "Frühanreise am Donnerstag" so dass wahrscheinlich schon viele Festivalbesucher vor Ort sind. Und als wir gegen Mittag ankommen, ist genau das der Fall. Wir bekommen auf dem ersten Campingplatz am See leider keinen Platz mehr, aber die Veranstalter sind gut organisiert und so bekommen wir schnell einen neuen Platz auf einem anderen Feld zugewiesen. Leider hat es an den Tagen vor dem Festival, wie so vielerorts in Deutschland, geregnet, aber trotzdem ist der Zeltplatz noch gut befahrbar und wir können unser Zelt und Pavillon gut aufbauen, trotz Nieselregens haben wir Spaß und mit unseren Nachbarn, die mit einem selbst umgebauten Camper neben uns stehen, viel Glück. Schnell kommen wir ins Gespräch und nutzen die verbleibende Zeit zum Quatschen, Bier Trinken und sehen anderen Nachbarn beim Flunky Ball spielen zu. Über die Veranstalter wird schnell in den sozialen Netzwerken des Festivals kommuniziert dass ITCHY ihren Slot heute Abend nicht spielen können und dass ENGST ihren Platz einnehmen. Da strahlt Cornholio, denn ENGST sind wirklich eine unserer Lieblingsbands. Also freuen wir uns noch ein bisschen mehr auf den heutigen Konzerttag, obwohl ich ITCHY wirklich gerne gesehen hätte.

imgleft Um 17 Uhr machen wir uns dann auf zum Festivalground, denn wir müssen noch unsere Bändchen abholen, das läuft sehr schnell und gut, so dass wir noch ein bisschen Zeit haben, uns das Gelände anzusehen und uns langsam mit einem Kaltgetränk zur ersten Band des Abends zu begeben. DIE BABSIES spielen, wir kennen die Band nicht, und auch unsere Nachbarn haben sämtliche Medien durchforstet, aber die Band nicht gefunden. Kurz vor 18 Uhr kommen dann drei Kids (im Alter von 12 Jahren) auf die Bühne. Zuerst haben wir uns noch nichts dabei gedacht, vermutlich denken wir, die gehören zur Band, aber als die drei Jungs dann die Instrumente nehmen und sich einer hinter die Drums platziert, ist klar: "Das ist die erste Band des Abends". Und die drei geben Vollgas, mit Songs wie "Sonnenbrand", "Mathe ist Latte" und "Meine Oma hat Corona" spielen sich die jungen Musiker mit groovigem Punk in die Herzen der Festivalbesucher. Der Drummer ist der Hauptsänger der Band, aber die anderen beiden geben die Backing Vocals. Die Texte sind "On Point" und mit spitzer Zunge geschrieben, natürlich immer mit einem Augenzwinkern. Als sie dann noch die beiden ÄRZTE Cover "Deine Schuld" und "Schrei nach Liebe" schmettern, sind die zahlreichen Besucher hin und weg. Die Jungs stehen selbstbewusst auf der Bühne und geben als Zugabe nochmal ihren Song "Sonnenbrand" zum Besten. Leider ist nach 20 Minuten Spielzeit das Opening beendet, aber das mit "Schmackes". Ein grandioser Auftritt, der wohl allen Festivalbesuchern in guter Erinnerung bleibt, und danke an die Veranstalter des Festivals (vor allem Holger und Jessika), dass solche Bands die Möglichkeit bekommen, auf einer Festivalbühne zu stehen. Ist ja schließlich der Nachwuchs, und dieser muss gebührend gefeiert und gefördert werden. Wir sind jedenfalls restlos begeistert und haben natürlich ein Shirt gekauft. Leider haben die Jungs noch kein Instagram oder Facebook, aber das wird sich hoffentlich mit zunehmender Bekanntheit und dem Alter der Jungs ändern - gut dass die Eltern da noch ein Auge drauf haben. imgright

Für uns geht es dann weiter zur zweiten Bühne, der Theatre Stage. Dort spielen ATTIC STORIES, eine female fronted Pop-Punkband aus Karlsruhe. Sängerin Romana hat eine sehr schöne, frische Stimme und gibt der Musik den nötigen Tiefgang. Mit Songs, die sie aus ihrer eigenen Gefühlswelt und daraus resultierenden Ereignissen schreiben, treffen die vier den Geschmack des modernen, jungen Publikums. Dass Punk heute nicht immer nur "stumpf und aggro" sein muss, beweisen die vier richtig gut, sie grooven ordentlich und das Publikum feiert schon ordentlich mit, es sind für diesen Zeitpunkt schon wirklich viele Menschen anwesend, wie immer bunt, lustig, tanzfreudig und trinkfest, das macht dieses kleine Festival so liebenswert. Auch die Bands genießen hier und da das Bad in der Menge.
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Menschen mit unterschiedlichem Musikgeschmack feiern, tanzen und moshen gemeinsam, auch Kinder und Jugendliche dürfen hier in den ersten Reihen nicht fehlen. Nach einer halben Stunde ist dann dieser Slot zu Ende und ich nehme mit, dass auch female fronted Bands tolle Musik machen (sorry an alle Frauen da draußen, ich bin da manchmal etwas komisch in meiner Meinung!). Um zehn nach sieben geht es dann weiter mit der Band SCHWACH auf der Forest Stage (schön und sehr erholsam dass man nur zwei Bühnen hat und wirklich jeden Act auf dem Festival schauen kann!). Die fünf politischen Hardcore Punker kommen aus verschiedenen Städten (Berlin, Bremen und Hamburg). SCHWACH gibt es seit 2013 und die Jungs nehmen kein Blatt vor den Mund. Ihr Stil ist der US YouthCrew-Hardcore, welcher die amerikanischen Punkszene der 80er und 90er Jahre widerspiegelt, und das mit deutschen Texten. Krass gut, krass schnell und vor allem sehr pointiert. Der Band um Sänger Tobi merkt man an, wie sehr sie das Livespielen mögen. Das Publikum geht mit und feiert richtig ab. Die Spielfreude der Fünf nimmt das Publikum mit, genauso soll es sein. Nach gut vierzig Minuten ist Schluss und wir brauchen erstmal eine Stärkung, natürlich in Form eines weiteren Kaltgetränks, aber auch das leckere Essen lassen wir nicht außer Acht. Es gibt verschiedene Gerichte, Currywurst, Pommes, Pizza, Falafel und, und, und... deswegen, verpassen wir BORN FROM PAIN auf der Forest Stage. Cornholio gibt aber zumindest alles, um ein paar Fotos zu machen. Es tut uns wirklich leid, dass wir Euch verpasst haben, aber der Stimmung nach zu urteilen, war der Auftritt der Niederländer, die es auch schon seit mittlerweile fast 30 Jahren gibt, sehr gut. "Hardcore Punk voll auf die Fresse" ist die Devise der fünf Männer aus Heerlen und das können sie live besonders gut. Hut ab! Das ging voll nach vorne. imgright

Gestärkt und gesättigt geht es für uns wieder zur Forest Stage, wo um zwanzig vor neun HALF ME aufspielen, eine 2018 gegründete Nu-Metalcore Band, da freut sich mein Metalcore-Herz ohne Ende. Die fünf Hamburger haben schon einige Festivals und Konzerte gespielt und man merkt ihnen sofort an, wie froh und motiviert sie sind. Mit ihrer sympathischen Art haben die Hamburger Jungs das Publikum auf ihrer Seite und der Sound ist richtig gut. Krasse Breakdowns im Wechsel mit melodischem Cleargesang, da muss es ja rundgehen - im wahrsten Sinne des Wortes. Natürlich werden unsere Erwartungen nicht enttäuscht, die Jungs reißen mal richtig ab. Moshpit-Garantie und das gute Wetter tut sein Übriges: Ein trockener, warmer Abend, genau das Richtige um bei solcher Musik zu feiern. Wir sind sehr begeistert und hoffen, das wir die Fünf nochmal live sehen! Und dann nach 40 Minuten schweißtreibender Arbeit an der Bühne (springen, tanzen, Bier festhalten) geht es wieder zur Theatre Stage, wo sich ENGST die Ehre geben, und da wir richtig viel Glück haben, darf ich in der ersten Reihe stehen... Gott, ich bin ein Fangirl (peinlich, aber muss)! Wir bekommen sogar noch den Soundcheck mit. Und Matze und seine Buben sind richtig gut drauf! imgleft Heute Morgen gegen zehn kam die Anfrage rein und trotz der Entfernung (Berlin - Goldenstedt sind knapp 450 km) hat die Band sofort zugesagt! Und man merkt der Combo zu keiner Zeit auch nur ansatzweise Müdigkeit an, ein Klassiker reiht sich an den anderen. 'Alle Wollen Alles', 'Geschichte Schreiben', 'Optimisten' und 'Eskalieren', und letzteres tun wir und die anderen dann auch! Gitarrist Ramin genießt das Bad in der Menge per Crowdsurfing und bei 'Der König' gibt's eine Polonaise durch das komplette Amphitheater.
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Für uns auf jeden Fall jetzt schon das Highlight des Tages! Nachdem die Messlatte nun recht hoch liegt, sind DREI METER FELDWEG auf der Forest Stage an der Reihe. Aber die Punkrocker aus der Lüneburger Heide sind schon lange genug im Business, um hier keine Nerven zu zeigen. Die Jungs geben 45 Minuten Vollgas, Moshpit natürlich inklusive! Band und Publikum haben ihren Spaß und genießen die tolle Atmosphäre. Als letzter Act des Freitags sind nun BANE an der Reihe. Die Hardcore-Band aus den USA gibt es auch schon seit über 30 Jahren (auch wenn sie von 2016 bis 2023 nicht aktiv waren), aber trotz aller Routine macht das Quintett ordentlich Spaß! Auch wenn für meinen Menne die Melodie vielleicht ein klein wenig zu kurz kommt, für mich ist es fast wie das Paradies! Nachdem das letzte Album aber auch schon über zehn Jahre alt ist ("Don't Wait Up" ist auch schon von 2014), darf auch gern mal etwas Neues rauskommen. imgright Den DJ Onkel David klemmen wir uns einmal mehr, schließlich sind wir nicht mir die jüngsten und schon seit morgens um sechs Uhr auf den Beinen. Also ab ins gemütliche Zelt, und endlich schlafen. Das Afdreiht & Buten ist unser bisher ruhigstes Festival (was die Nachtruhe angeht!) und so sind wir auch am nächsten Tag einigermaßen ausgeschlafen.

Nachdem uns Cornholio am Frühstückszelt leckere belegte Brötchen geholt hat, kann der Tag ruhig starten. Da wir wirklich tolle Nachbarn haben, vergeht die Zeit wie im Flug und um 13 Uhr machen wir uns mit einem Wegbier auf in Richtung Festivalground. Bevor wir zur Bühne geht, wollen wir natürlich noch zwei Festivalshirts kaufen, letztes Jahr haben wir das voll verpennt! Um 14 Uhr startet dann das Festival auf der Theatre Stage mit der Band EINSTURZ. imgleft Die vier Punkrocker aus Walldorf haben ein sogenanntes Heimspiel. Die Band, die sich 1997 als Schulband gründete, machen erfrischenden, feinsinnigen Punkrock. Durch ihren hohen Bekanntheitsgrad im Oldenburger Münsterland haben sie leichtes Spiel beim Publikum. Die feiern die Punkrocker gebührend ab und machen es den "Alten Hasen" leicht. Jeder Song der Band wird mitgesungen und die Stimmung ist trotz der frühen Stunde extrem gut. Ein toller Einstieg in den Festivalsamstag. Leider hat die Band nur einen halbstündigen Slot, aber ich glaube, der war heute ein bisschen länger, fühlte sich zumindest so an. Weiter geht es auf der Forest Stage mit BITTTER (ja wirklich, es sind drei T!). BITTTER kennen wir beide nicht und so freuen wir uns mal wieder, eine neue Band kennenzulernen. Die vier Hamburger vereinen Hardcore Punk mit Thrash und elektronischen Elementen und sind in wirklich keine Schublade zu stecken. Aber sie machen Spaß, mit ehrlichen Texten nehmen sie kein Blatt vor den Mund und zeigen dem Publikum mal ordentlich, wo es lang geht. Der Sänger tritt mit einem Helm in Form einer Discokugel auf und wirbelt mur so über die Bühne. Das groovt ordentlich und die Band hat das Publikum schnell im Griff. Für mich waren BITTTER definitiv das Highlight am Samstag und ich hoffe, wir sehen sie nochmal live. imgright Danke für dieses gute musikalische und visuelle Erlebnis. Zudem kann der Kerl wirklich alles: schreien, growlen und sogar Cleargesang. Fett, absolut fett! Nach einer halben Stunde heißt es dann "bit(t)ter Abschiednehmen" und wir haben ein Treffen mit Jessika, die uns Pressemenschen ein wenig auf dem Laufen halten möchte und uns auch gezielt nach unserer Meinung zum Festival fragt, ob es Verbesserungsvorschläge gibt. Außerdem erfahren wir noch etwas über die Abläufe hinter den Kulissen und wie so eine "Bandabsage" wie gestern behandelt wird. Wir ziehen da echt unseren imaginären Hut, eine einfache und ruhige Arbeitssituation ist das nicht. Im Gegenteil, da werden Minute um Minute gearbeitet, dafür Danke an das ganze Orga-Team und die vielen ehrenamtlichen Helfer, ohne Euch geht's einfach nicht!

Während unseres Gespräches spielen auf der Theatre Stage die THE IRON ROSES, wo Cornholio leider nur noch Zeit hat, ein paar Fotos zu machen. Sorry dafür. Die sechs Amerikaner machen eine Mischung aus Punkrock und Ska und haben eine Sängerin mit an Bord. Was wir hören macht Laune, und alle kommen fröhlich und gut gelaunt nach dem Slot wieder zum Forest Gelände. Manchmal tut eine Pause ja auch ganz gut, und somit gesellen wir uns zur nächsten Band. CIRCLE NINE spielen auf, eine Band aus Norddeutschland, geründet 2022.
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Deathcore ist die Devise, harte Riffs und voll auf die Zwölf. Die vier verstehen ihr Handwerk und machen als relativ junge, neue Band ihre Sache sehr gut. Ich finde es klasse, Cornholio fehlt da eindeutig die Melodie, kennen wir ja mittlerweile schon. Das Publikum feiert die Band ordentlich ab, und es gibt den einen oder andern Moshpit. Staub sei Dank, die Atmosphäre ist großartig. Für die PESTPOCKEN übergebe ich an Cornholio. Die Band gibt es auch schon seit 1997, Frontfrau Danny lebt den Punk - jedenfalls sieht sie so aus und ihr vier Mitmusiker haben sich auch die "Drei-Akkorde"-Musik auf die Fahne geschrieben. imgright Laut und mit dem einen oder anderen schiefen Ton finden die Mittelhessen aber recht schnell den Weg in die Herzen der Fans. Party und Bier, aber auch politisch kritische Töne sind hier an der Tagesordnung, so muss Punk sein! Da ist der Spaß und die Message wichtiger als akkurat getroffene Töne und das ist auch gut so. Anschließend geht's auf der Forest Stage weiter mit DEAD LIKE JULIET und die sind für mich (immer noch Cornholio) der "Sieger" des Tages. Nicht nur, weil Sänger Alexander Thurner ein NHL-Trikot trägt, sondern primär, weil mir die Musik richtig gut gefällt! Die Südtiroler zeigen mit ihrer Mischung aus Metal und vielen Core-Einflüssen absolute Spielfreude. Cleaner und rauer Gesang wechseln sich ab und auch musikalisch ist immer Melodie mit dabei. Nicht nur der Sänger, sondern die ganze Band suchte den Kontakt zum Publikum und so sprang der Funke schnell und dauerhaft über! imgleft Zu CABAL ist nun wieder Schwarzfraggle an der Reihe. Genau, aber ich muss noch schnell sagen, dass die Südtiroler einfach mega sympathisch waren, und genau das ist, inklusive der Musik, hängengeblieben. Noch so als kleines Kompliment zum Schluss! Außerdem haben wir ein Shirt der Band mitgenommen (natürlich hochoffiziell bezahlt). Voll motiviert geht es dann für mich zu CABAL. Die Dänen haben sich dem modernen Deathmetal/Deathcore verschrieben und schon mit Größen wie TRIVIUM, POLARIS und FIT FOR A KING zusammengearbeitet und sind Profis in diesem Genre. Das merkt man auch beim ganzen Auftritt. Souverän und freundlich kommuniziert Sänger Andreas mit dem Publikum, zuerst auf Deutsch, dann aber entschuldigt er sich für seine schlechte Aussprache und macht auf Englisch weiter. CABAL haben im März diesen Jahres ihr viertes Studioalbum "Everything Rots" veröffentlicht und natürlich gibt es auch Songs daraus. Ich kann nur sagen, dass mich das Set der Band umhaut. Das ist Deathcore vom Feinsten, die Musik mitreißend und eine Band, die sichtlich Spaß hat. Leider ist vorne an der Bühne noch viel Platz, trotzdem wird gemosht und eine Wall of Death auf die Beine gestellt. Und Sänger Andreas wird nicht müde, auch das sitzende Publikum zum mitmachen zu animieren. Das klappt auch ganz gut. Zudem haben die vier Dänen die Haare schön und waren mitunter eine echte "Augenweide" für die weiblichen Fans. imgright Leider ist nach 45 Minuten Schluss, aber ich bin glücklich und Cornholio froh, diesen Slot überstanden zu haben. Ihr könnt euch ja bestimmt denken, warum.

Auf geht's wieder zur Forest Stage, wo nun die Band THE NARRATOR spielt. Die vier Jungs aus dem Ruhrgebiet haben sich 2017 gegründet und 2024 ihr von den Fans langerwartetes Debut Album "Lore" rausgebracht. Durch viele Live-Auftritte und Streaming-Portale haben sich THE NARRATOR bereits einen Namen gemacht und so haben wir uns sehr auf die Band gefreut. Auch Cornholio hat bei diesem Auftritt wieder deutlich mehr Spaß, denn es wird zwar laut und schnell, aber trotzdem melodisch.
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Die Pottler machen alles richtig - Metalcore auf einem sehr guten Niveau. Die Band zeigt außerordentliche Spielfreude und ist gut drauf. Das Publikum geht bei jedem Riff und Breakdown mit, im Moshpit gibt es kein Halten mehr und auch ein Einhorn hat erheblichen Spaß im Pit. imgleft Das Wetter zeigt sich hier noch freundlich und das Bier schmeckt uns hervorragend. Was will man als Festivalbesucher mehr? Sehr entspannt schauen wir der Band zu und haben viel Spaß, auch mal das sehr ausgelassene, aber immer freundliche und auch helfende Publikum zu beobachten. Leider gilt für mich nach der Knie-OP Moshverbot, das ist der einzige Wermutstropfen. Aber mit fast 50(!) überlasse ich das lieber den jungen und fitten Menschen im Publikum. Mittlerweile ist es halb Acht abends und wir müssen dringend was essen und ich bin froh, mal länger als fünf Minuten sitzen zu können. Cornholio schaut noch schnell beim nächsten Act DRITTE WAHL vorbei, um ein paar Fotos zu machen, während ich einen Platz suche, in dem Getümmel am Samstag Abend bei wahrscheinlich vollem Festivalground gar nicht so einfach. Aber ich ergattere ein Plätzchen für uns beide und dann holen wir uns erstmal etwas zu Essen und machen Pause. Ich hoffe, die Rostocker, die es schon seit 1986 gibt, sehen es uns nach. Auch der größte Festivalfan braucht mal eine Pause und ich bin froh, dass ich mir bei den Sanis einen Eisbeutel klauben und mein Bein mal für eine halbe Stunde hochlegen kann. Wir sind halt nicht mehr die Jüngsten, auch wenn wir uns das nicht gerne eingestehen. Uns wurde aber versichert, die Deutschpunker rund um Sänger und Gitarrist Gunnar haben ihre Sache gut gemacht, und voll abgerissen. DRITTE WAHL- beim nächsten mal sind wir mit am Start! imgright

Gut gestärkt und mit voller Motivation geht es für uns Richtung Forest Stage, wo BODYJAR auftreten. Mittlerweile ist es viertel vor Neun und langsam zieht sich der Himmel ein wenig zu, aber noch müssen wir uns wohl keine Gedanken machen, es ist immer noch warm und angenehm. Die fünf Pop-Punker aus Australien geben von Minute eins Vollgas und das macht Laune. Musikalisch völlig eingängig groovt man mit, irgendwie wollen Füße und Kopf nicht stillhalten. Feelgoodmusik, genauso kommt es an. Das Publikum feiert, mosht, tanzt und singt mit. Die Australier machen Stimmung ohne Ende. imgleft So wünscht man sich das beim Festival. Natürlich ist es immer noch ein Punk Festival, und dort dürfen auch kritische Stimmen nicht fehlen, und wirklich jede Band sagt den "Kampf gegen rechte Gesinnung und Gedankengut" an, das muss auch so sein, da dürfen auch ernste Töne nicht fehlen, aber trotzdem muss auch mal das leichte Lebensgefühl sein, einfach nur Musik und gut. So empfinden wir das und lassen uns von der Stimmung mittragen. Selbst Cornholio ist ein bisschen eskaliert. Zu schnell vergeht auch dieser Auftritt und wir müssen weiter zur Theatre Stage, denn dort ist schon alles bereit für RISE OF THE NORTHSTAR. Die Franzosen sind bekannt für ihren Metal-Rap aus Paris und vereinen einige Genre Stilrichtungen wie Metalcore, Hardcore, Punk und Groove Metal. Ein sehr eigenwilliger Stil, auf den man sich einlassen muss. Seit ihrer Gründung 2008 haben sie ihren Stil immer wieder verbessert und mit Nuclear Blast 2014 Ihr erstes Debütalbum vermarktet, welches in Eigenregie aufgenommen wurde. Die Franzosen sind ein absoluter Live-Magnet, spielten schon große Festivals und werden sehnsüchtig von den Fans erwartet. imgright Die Tribüne, sowie der kleine Innenraum sind voll und das Publikum feiert mit, egal ob sitzend oder stehend. Das nenn' ich mal Abriss!. Und trotz ihrer Bekanntheit geben sich die Franzosen publikumsnah und genießen ihren Slot. Die Stimmung ist fantastisch und man fragt sich: Gibt es noch eine Steigerung? Es kommen ja noch zwei Acts! Und die haben es in sich!

NASTY stehen nun auf dem Programm und die Forest Stage ist voll. Wer die Belgier kennt, weiß, was kommt. Kompromissloser, purer Beatdown-Hardcore. Die Band gibt es bereits seit 2004 und ich habe sie schon einige Male live sehen dürfen - und das ist Vollgas. Mit Herz und Verstand. Hier wird textlich die Sau rausgelassen und fette Riffs und Beats nehmen das Publikum mit. Ich würde sagen: eine "schweißtreibende" Angelegenheit, denn hier sind Moshpits und Bewegung an der Tagesordnung. Durch ihre Art zeigen NASTY, was sie von der Welt da draußen halten, und da ist das Publikum wohl mit der Band einer Meinung. Es gibt kein Halten mehr und der Festivalground bebt. Und genau das erwarte ich von NASTY.
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Verdammt fett, Chapeau! Nach einer Stunde heißt es dann "Doei NASTY" und "Hallo BETONTOD" auf der Theatre Stage. Und dann kommt der Regen - erst zaghaft und dann richtig. Es regnet in Strömen und die Band hat technische Probleme, so dass sich der Aufbau und der Auftritt verzögern. Mittlerweile regnet es so stark, dass einige Festivalbesucher das Warten auf die Band aufgeben und völlig durchnässt den Festivalground verlassen. Leider gibt es dort bis auf den Getränkestand keine Möglichkeit, sich unterzustellen. Das Warten zieht sich in die Länge und auch die geduldigsten Besucher rufen nun ihren Frust heraus. Nach langen zwanzig Minuten geht es dann aber endlich weiter, der Regen leider auch. Mittlerweile sind wir nass bis auf die Knochen und Cornholio hat im Bühnengraben Probleme, die Kamera irgendwie trocken zu halten. Aber dann mit ordentlich Pyro Untertützung fangen BETONTOD ihr Set an und kämpfen selber mit dem Regen und dem klatschnassen Boden auf der Bühne. Die Punker aus Rheinberg sind Profis und lassen sich von dem schlechten Wetter nicht unterkriegen. Mit Songs wie "Küss mich", "Glück auf", "Nie mehr St. Pauli ohne Dich", "Ich bereue nichts" und "Nie wieder Alkohl" haben sie das Publikum längst auf ihrer Seite und erweisen sich als würdiger Headliner des Festivals. Trotz immer mehr Regen geben die fünf Männer alles und bieten eine absolute Abrissshow. Das Publikum feiert trotz Regen und beginnender Kälte frenetisch mit und eigentlich wollen wir alle nicht, dass der Abend endet. imgright Jedenfalls geht es Cornholio und mir so. Ich feier' die Band ohne Ende und trotz nass und kalt will ich einfach kein Ende. Aber dann nach anderthalb Stunden ist es dann doch vorbei - und wir gehen froh und glücklich zum Zelt. Selbst das Wetter kann unsere Stimmung nicht trüben und wir freuen uns schon wie Bolle auf nächstes Jahr, dann unter Anderem mit STICK TO YOUR GUNS! What a Feeling.

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Auch die letzte Nacht in Goldenstedt bleibt friedlich und wir kuscheln uns nach einem Absacker ins Zelt. Sonntag Morgen heißt es dann Frühstücken und Zelte abbrechen, allerdings nicht, bevor wir noch die Nummern mit unseren Nachbarn tauschen und uns dann gemeinsam an den Abbau begeben.

Fazit: das Afdreiht & Buten bleibt eines unserer Lieblingsfestivals! Klein und übersichtlich, hier liegt das Augenmerk auf Fans und Bands, nicht nur auf dem kommerziellen Erfolg. Newcomer bekommen eine Chance und das Publikum ist einfach nur toll. So viele nette und hilfsbereite Menschen. Die rund 170 ehrenamtlichen Helfer sind alle mit Herzblut dabei und sorgen für einen reibungslosen Ablauf, immer mit einem freundlichen Wort auf den Lippen, und ich feiere Euch für den Slogan "No Shirt, no Service!" Genau so sollte es sein, ein respektvolles Miteinander und immer auf Augenhöhe. Danke auch an Holger, den Chef vom Ganzen für die freundliche Begrüßung, und an Jessika für den Akkreditierungsverlauf. Wir haben uns rundum wohlgefühlt.

Da jeu! und bis nächstes Jahr aus der Vulkaneifel. Paddy und Tanja <3

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Billing
BETONTOD, RISE OF THE NORTHSTAR, BANE, DRITTE WAHL, ITCHY, NASTY, DREI METER FELDWEG, CABAL, BODYJAR, THE NARRATOR, BORN FROM PAIN, HALF ME, DEAD LIKE JULIET, PESTPOCKEN, THE IRON ROSES, ATTIC STORIES, BITTER, CIRCLE NINE, SCHWACH, EINSTURZ, DIE BABSIS

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