Motorjesus - Streets Of Fire

Review von Metal Marcus vom 17.07.2025 (11060 mal gelesen)
Motorjesus - Streets Of Fire Vier Jahre nach "Hellbreaker" sind Chris Birx und seine Mannen zurück und es heißt wieder: "Pedal to the metal". Das siebte Album der Mönchengladbacher Band MOTORJESUS hört auf den Namen "Streets Of Fire" und stellt für die Band das Debüt beim neuen Label Reaper Entertainment dar. Schauen wir mal, ob Birx und Co auch 21 Jahre nach ihrem Erstlingswerk "Dirty Pounding Gasoline" mit ihrem neuen Werk auf der Überholspur sind, oder aber ob man eventuell den Weg in die Einbahnstraße genommen hat. Also ... anschnallen, NOS-Einspritzung bereit machen und auf das Signal warten: "Gentlemen, start your engines!"

Synthesizer-Klänge eröffnen die knapp 50 Minuten und versetzen einen direkt in die Stimmung, die im bekannten Comic-Style auf dem Cover aufgebaut wird. Doch dann brechen Twin-Gitarren über uns herein und spätestens nach dem ersten "Oh yeah" gibt es kein Halten mehr: 'Somewhere From Beyond' knallt mit rotziger Attitüde aus den Boxen und versprüht direkt wieder diesen punkigen Vibe, den auch schon der Vorgänger "Hellbreaker" hatte. Ich lehne mich vielleicht weit aus dem Fenster, aber bin geneigt zu sagen, dass das der beste Eröffnungstrack ist, den MOTORJESUS bisher am Start hatten: Schnell, punkig und mit einem Wahnsinnsrefrain ausgestattet. An Ohrwürmern mangelt es auf "Steets Of Fire" jedenfalls nicht, denn auch der Titelsong schlägt in eine solche Kerbe, wenngleich er musikalisch eher rock'n'rollig als punkig daherkommt. In diesem Spektrum bewegt sich die Platte dann auch für den "Rest": Mal atmet eine Nummer etwas mehr den punkigen Vibe ('They Don't Die'), mal schielt man auch etwas mehr in Richtung Heavy Metal ('New Messiah Of Steel') und ebenso findet man auch Zeit, der eigenen Vergangenheit Tribut zu zollen: 'The Driving Force' begrüßt die Hörerschaft mit einer sehr lauten Hammond-Orgel und schließt somit den Kreis zum ersten Werken der Band. Man verstehe mich nicht falsch: Grundsätzlich hört man auf dem Album oft Keyboards, aber in der Regel eher als unterstreichende Flächen, während es bei 'The Driving Force' schon ziemlich in die Fresse ist. Statt eines Intros präsentiert die Band übrigens (wie auch schon beim letzten Album) ein Outro, was den Bogen wieder zur Einleitung des Openers 'Somewhere From Beyond' schließt.

Was mir direkt auffällt ist der Umstand, dass der Sound der Platte herrlich dreckig ist, was zu dem punkigen Flair in meinen Ohren sehr gut passt. MOTORJESUS haben ihre "Classic Rock-Phase" (die überdeutlich auf dem Album "Electric Revelation" zu hören ist) endgültig hinter sich gelassen und setzen die Linie des Vorgängers "Hellbreaker" konsequent fort, schaffen es aber dennoch immer wieder kleine Akzente zu setzen, wie eben den Rückbezug zu den ganz alten Alben. Was ebenfalls nicht unerwähnt bleiben darf, ist das Cover-Artwork. Seit "Race To Resurrection" hat die Band den Comic-Style für sich entdeckt und hat ihn diesmal in die Cyberpunkwelt übertragen. Auf dem Cover verstecken sich unglaublich viele Details und Anspielungen, die vermutlich nur auf der Vinyl-Edition so richtig zur Geltung kommen. Das ist ein Artwork, bei welchem sich die Anschaffung des physischen Mediums wirklich lohnt.

Alice Cooper sagte sinngemäß mal, dass jeder Song, der dich im Auto dazu bringt, zehn mph schneller als erlaubt zu fahren, ein guter Song sei. Im Falle von "Streets Of Fire" heißt es in diesem Falle ganz klar: "Pedal to the metal!". "Streets Of Fire" fegt die Boxen ordentlich durch und verfügt über verdammt viele Songs, deren Refrains sich ins Hirn fressen und dort nicht so schnell wieder raus wollen. Und eins kann ich euch auch versprechen: Abnutzungserscheinungen gibt es hier nicht, denn die Songs knallen nach dem 20. Durchgang immer noch ebenso wie beim ersten. Mit 'Somewhere From Beyond' legen MOTORJESUS den besten Opener ihrer Karriere hin und versprechen nicht zu viel. Wenn ihr ein Herz für rotzigen Rock'n'Roll habt, der Schlenker in Richtung Punk und Metal macht, dann seid ihr bei der siebten Platte der Mönchengladbacher goldrichtig aufgehoben. "Leider" gefiel mir der Vorgänger "Hellbreaker" noch einen kleinen Ticken besser, sodass es am Ende "nur" für neun Punkte reicht, aber mir fallen ernsthaft nicht viele Dinge ein, die man bei dieser Art von Musik noch besser machen könnte. Also ... ab ins Auto, die Platte schön laut aufdrehen und diese "Metal-Sommerplatte" genießen! "Back to the fireline to somewhere far beyond!"

Anspiel-Empfehlungen: 'Somewhere From Beyond', 'Streets Of Fire', 'New Messiah Of Steel', '2. Evil' und 'The Driving Force'

Wertung: 9 fette Messias des Stahls

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Somewhere From Beyond (5:27)
02. Back For The War (3:31)
03. Streets Of Fire (4:32)
04. They Don't Die (3:24)
05. Return To The Badlands (4:22)
06. New Messiah Of Steel (4:25)
07. 2. Evil (3:27)
08. The Driving Force (4:06)
09. Holy Overdrive (3:57)
10. City Heat (3:20)
11. The End Of The Line (4:39)
12. The Confrontation (2:53)
13. See You Next Doomsday (Outro)(1:53)
Band Website: www.motorjesus.net
Medium: CD, LP, Digital
Spieldauer: 49:56 Minuten
VÖ: 18.07.2025

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